Lohnt es sich Bauingenieur zu werden? - Studium und Karriere

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Bauingenieure gelten auf dem Arbeitsmarkt als begehrte Fachkräfte, die händeringend gesucht werden. Zuletzt ist die Nachfrage nach Bauingenieuren durch den allgemeinen Aufschwung der Branche erneut gestiegen. Auch die allgemein niedrigen Zinsen sorgen dafür, dass Bauen auch für Mittelständler immer attraktiver wird. Der nachfolgende Artikel verrät, ob sich das Studium des Bauingenieurwesens lohnt – und zeigt, was Bauingenieure verdienen und erwarten dürfen.

Bauingenieurstudium: Anforderungen, Inhalte und Perspektiven

Allgemein dauert das grundständige Bachelorstudium im Bauingenieurwesen etwa 6 bis 7 Semester. Im anschließenden konsekutiven Masterstudium besteht die Möglichkeit, sich auf einem Spezialgebiet tiefgreifendes Wissen anzueignen. Ein Studium im Bereich Ingenieurwesen ist grundsätzlich nicht ohne. Die Durchfallquote ist insbesondere in den ersten Semestern enorm hoch. Lediglich rund 68 Prozent der Studenten schafft am Ende den ersehnten Abschluss.

Dies hängt vor allem mit dem hohen Anteil an technisch-mathematischen Fächern zusammen. Mathematik, Physik und Chemie stehen in einem solchen Studium ebenso häufig auf dem Stundenplan wie technisches Programmieren. Diese Fächer sind allerdings weitaus komplexer, als die Inhalte, die im Schulunterricht gelehrt worden. Viele Anwärter brechen deshalb frühzeitig ab, da sie die Klausuren nicht bestehen oder weil sie sich von den komplexen Sachverhalten überfordert fühlen.

Bauingenieure im Speziellen haben noch einmal mehr Mathematik als andere Ingenieure. Sie müssen sich im Studium mit statischen Gegebenheiten, Projektmanagement und Konstruktion befassen. Ein Vorteil ist hierbei, dass sich angehende Bauingenieure schon frühzeitig auf einen bestimmten Berufszweig – etwa Umwelt- oder Verkehrswesen – spezialisieren können. Neben mathematischen Inhalten lernen Studierende die Baustoffkunde, Geotechnik, Festigkeitslehre und Straßenbautechnik genauer kennen.

Neben den genannten Fächern benötigen die angehenden Bauingenieure auch andere „Soft Skills“, um nach dem Abschluss erfolgreich arbeiten zu können. Dazu gehört ein gewisses Organisationstalent, um Projekte punktgenau und fristgerecht zu leiten. Auch soziale Kompetenz ist wichtig, um ein Team zu beaufsichtigen und anzuleiten. 

Karriere für Bauingenieure: Verdienst und Perspektiven

Angehende Bauingenieure erhöhen durch einschlägige Praktika oder Werkstudentenjobs ihre Möglichkeit, direkt nach dem Studium im Beruf Fuß zu fassen. Generell ist es so, dass Bauingenieure sinnbildlich wie das Hausfundament permanent gebraucht werden – im Verkehrswesen ebenso wie beim Ausbau von Wasseranlagen.  

Die beruflichen Perspektiven sind von Branche zu Branche unterschiedlich gut. In Beratungsfirmen oder in Institutionen im öffentlichen Dienst haben Bauingenieure gute Chancen, langfristig eine Festanstellung zu guten Konditionen zu erhalten. Auch im Anlagen- und Maschinenbau sind Bauingenieure gefragte Fachkräfte. Sie können in diesen Bereichen bis zu 65.000 Euro brutto im Jahr verdienen. Der Verdienst variiert zwischen 2.500 und 5.000 Euro brutto im Monat.

Auch Aufstiegschancen sind im Bereich des Bauingenieurwesens gegeben. Akademiker können beispielsweise zum Projekt- oder Teamleiter aufsteigen. Zudem haben sie nach einigen Jahren Berufserfahrung die Möglichkeit, als Bauleiter ganze Projekte eigenverantwortlich zu managen. Wer im öffentlichen Dienst arbeitet, kann beispielsweise Amtsleiter oder Baubürgermeister werden.

Neben festen Arbeitsverhältnissen haben Bauingenieure selbstredend die Möglichkeit, eigenverantwortlich als Freiberufler auf Projektbasis zu arbeiten. Rund 25 Prozent aller Bauingenieure arbeiten freiberuflich – ein größerer Wert als in artverwandten Bereichen, wo lediglich rund 10 Prozent aller Akademiker Freiberufler sind.

Fazit: Für wen sich das Bauingenieurstudium besonders lohnt

Wer sich gerne mit mathematischen Sachverhalten auseinandersetzt, kein Problem mit Zahlen und Statik hat und gerne sowohl eigenverantwortlich, als auch im Team arbeitet, sollte erwägen, Bauingenieur zu werden. Damit verbunden, sollten auch passionierte Naturwissenschaftler, die gerne draußen unterwegs sind, über diesen Studienweg nachdenken. Wer sich für Wasser, Strom und Verkehrswesen interessiert, könnte ebenfalls in diesen Bereichen Bauingenieur werden.

Entgegen der Befürchtungen lohnt sich ein Studium im Bereich Bauingenieurwesen noch immer. Zwar verdienen Bauingenieure weniger als beispielsweise Raumfahrt- oder Automobilingenieure, doch liegt ihr anfängliches Gehalt dennoch zwischen 35.000 und 45.000 Euro brutto im Jahr. Insbesondere qualifizierte Fachkräfte, die eine Ausbildung im Bauwesen absolviert haben, sollten daher unbedingt über ein anschließendes Studium nachdenken. Nicht zu vergessen ist zudem, dass der Verdienst im Bauingenieurwesen im Laufe des Berufslebens ansteigt: Akademiker, die zwischen 2 und 5 Jahren Berufserfahrung mitbringen, verdienen beispielsweise bereits bis zu 51.000 Euro. Wer rund 10 Jahre als Bauingenieur arbeitet, darf bis zu 57.000 Euro brutto auf dem Konto erwarten.  


Verantwortlich für diesen Artikel ist der Autor Andreas Baumann von Studi Kompass.


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