Raumluft im Blockhaus

Atmungsfähigkeit von Bauteilen

Unter Atmung von Bauteilen versteht man die Aufnahme von Feuchtigkeit aus dem Raum, bei relativ hoher Luftfeuchtigkeit und Abgabe von Feuchtigkeit aus der Wand an die Raumluft, bei relativ geringer Luftfeuchtigkeit. Dieser Prozess beschränkt sich aus physikalischen Gründen nur bis zu einer recht geringen Baumaterialtiefe. Dampfhemmende Tapeten, Folien oder Anstriche verhindern die "Atmung" völlig!

 

Hiermit ist nicht die Wasserdampfdiffusion an Bauteilen gemeint, die sich über einen längeren Zeitraum erstreckt und somit keinen spürbaren Einfluss auf die Raumluft hat.

 

Mit der Atmung ist hier nicht der Durchgang von Luft gemeint, sondern der Feuchtetransport in gasförmiger Form. Atmungsfähigkeit über die gesamte Wanddicke ist nicht möglich!

 

Schon bei einem hygienisch bedingten Mindestluftwechsel von 0,5 *) kann man die Feuchtigkeitsmengen, die durch "Atmung" ausgetauscht werden vernachlässigen. Selbst bei Extrembedingungen werden hier nur 1 - 3 Prozent der Mengen ausgetauscht, die bei der Mindestlüftung abgeführt/aufgenommen werden.

 

Die im Vergleich zu anderen Materialien oder Oberflächen dennoch bessere Atmungsfähigkeit von Holz kommt eher beim angenehmen Geruch zum tragen. Die Vorteile des Baustoffes Holz für das Raumklima sind in der guten Anpassung der Oberflächentemperatur der Aussenwände an die Innentemperatur begründet. So treten hier weniger die als unangenehm empfundenen Luftbewegungen auf, was auch eine geringere elektrostatische Aufladung der Wände zur Folge hat. siehe auch: >> Vorteile_Holzhaus.pdf

 

*) Hälfte des Raumvolumens pro Stunde

 

Kennzeichnung der Bereiche der Atmungsfähigkeit 

 


An einschaligen Blockbalkenwänden - Blockhaus - Blockhausbau


An mehrschaligen Blockbalkenwänden mit Thermowand - Holzhäuser


Blockhäuser mit Doppelblockwand

Beispiel für fehlerhaften Wandaufbau

Begründung:

 

Durch die geringere relative Luftfeuchtigkeit im Inneren eines Gebäudes schrumpft die innere Blockwandschale mehr als die äußere. Das Setzungsverhalten der inneren Schale ist zwangsläufig auch größer.

 

Dies kann erstens zu starken Verformungen der Bauteile (Wand, Decke, Dach, Verkleidungen) führen.

 

Zweitens, und dies ist noch viel bedeutsamer, entstehen Fugen, die zu Luftundichtigkeiten führen. Bei fehlender Dampfsperre führen Fugen immer zu Luftdurchlässigkeiten.

 

Bauschäden, z.B. durch Wasserdampfdiffusion, sind dadurch vorprogrammiert!



Berichterstattung des Gerichtsgutachters Architekt BDA, K. Schröder

"An einem 1 1/2-geschossigen Wohnhaus wurden erhebliche nachträgliche Verformungen und Absackungen belasteter Wände festgestellt. Statische Unterlagen waren unvollständig und fehlerhaft. Gebaut wurde zum Teil in Abweichung von diesen statischen Unterlagen. Die zweischalige Außenwandkonstruktion (Doppelblockbohlenwand) war nicht schlagregendicht ausgeführt. Eine Dampfsperre zur Rauminnenseite fehlte ganz. Winddichtigkeit lag nicht vor. Gleichwohl wurde durch den Tragwerksplaner ein Wärmebedarfsausweis nach WSchVO '95 ausgestellt."
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Schneewittchen & Co

"Eigentlich ist es wie beim Ungeheuer von Loch Ness: Jedermann weiß, dass die Story um Schottlands Renommier-See keinen Pfifferling wert ist, und doch taucht Nessie mit schöner Regelmäßigkeit aus den dunklen Fluten auf und genießt viel Aufmerksamkeit im Blätterwald."
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Können Wände wirklich "atmen"?

"Energiesparendes und ökologisches Bauen: Stehen sie im Widerspruch zueinander? Die Forderung der Energiesparer nach einer winddichten Gebäudehülle ruft die Ablehnung vieler Baubiologen hervor."
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