Vorteile von Hühnern im Garten

Tiere machen das Leben lebendiger – das gilt auch für unseren Garten. Ein paar Hühner würden für unterhaltsame Action sorgen und sogar fleißig Eier legen. Solange der Hühnerstall für die Nacht sicher ist und es einen Auslauf gibt, reicht den Hennen das passende Hühnerfutter und täglich frisches Wasser. Die Hühner beschäftigen sich gerne den ganzen langen Tag mit Scharren, Sonnen, Sandbaden und was sonst noch zum Hühnerleben dazugehört.
Mögliche Probleme mit Nachbarn und Lärm
Hühner wären also die perfekten Haustiere im Garten, oder nicht? Einige Nachbarn könnten das anders sehen, wenn die Hennen auch einen lautstarken Hahn mitführen. Dieser wird bereits zu Sonnenaufgang krähen und empfindliche Nachbarn vergrämen.
Ein anderes Problem ist der Hühnermist, der wie von alleine im Stall und auch im Auslauf anfällt. Hier kann es helfen, etwas Abstand zum Nachbargrundstück einzuhalten. Am allereinfachsten ist es, mit den direkt angrenzenden Nachbarn zu reden und deren Meinung einzuholen. Möglicherweise freuen diese sich sogar, wenn sie an Wochenenden zu Sonnenaufgang das schrille Krähen des Hahnes hören.
Es kommt also immer ganz auf die Situation an, ob die Hühner im eigenen Garten zum Problem werden oder nicht. Letztendlich zählen sie zu den Kleintieren, deren Haltung in einem angemessen großen Garten durch das Zivilrecht fast immer toleriert wird. Aber selbst mit diesem Argument ist es besser, die Meinung der Nachbarn zu erfragen.
Was macht unsere Hühner glücklich?
Hühner denken wie fast alle Tiere mit dem Magen. Solange wenigstens die Fütterung stimmt, wird vieles verziehen. Neben der Trockenfuttermischung ist das Frischfutter sehr wichtig. Dieses suchen sich die Hühner im Auslauf selber. Gerade während der kalten Jahreszeit freuen sie sich, wenn einige Gemüsereste aus der Küche über den Zaun fliegen. Eine passende Futterschale für Hühner wie die PickNick XL – Snackschale von Hühnerwelten bietet eine saubere und gut nutzbare Futterstelle.
Futter und Auslauf richtig gestalten

Um im Auslauf fündig zu werden, muss dieser groß genug sein. Ist er zu klein, werden die Hühner die Grasnarbe sehr schnell zerscharren. Für kommerzielle Biobetriebe gilt die Mindestfläche von 4 m² pro Henne. Private Hühnerhalter empfehlen hingegen 10 m² pro Henne.
Mit Hahn ist es besser, wenigstens fünf Hennen zu halten. Dann wären es laut dieser Empfehlung bereits 60 m² allein für den Hühnerauslauf. Für gemütliche Rassen, die nicht ganz so viel scharren, würde auch die Hälfte der Fläche bereits genügen. Besser wäre jedoch, eine Wechselweide daraus zu machen. Wenn die Hühner jede Woche die Fläche wechseln, laufen sie ihren eigenen Keimen und Parasiten davon.
Je kleiner der Auslauf, umso abwechslungsreicher sollte er gestaltet werden. Robuste Büsche oder lichter Bambus sorgen für Deckung. Etwas Grünfläche bringt die Vitamine und einige Kleintiere in die Ernährung. An einer trockenen Stelle soll es das Staubbad geben. Nicht nur sandig, richtig staubig soll dieses sein. Wer über saubere Holzasche verfügt, sollte von dieser etwas in das Staubbad geben. Meistens reicht es, wenn eine Stelle im Hühnerauslauf auch bei Regenwetter trocken bleibt. Es kann aber nicht schaden, einen kleinen Treckerreifen hinzulegen und mit staubigem Sand zu befüllen.
Hühnerstall & Schlafplatz

Besonders beglückt sind Hühner, wenn sie eine sichere Hühnerklappe haben, die sich über einen Lichtschalter beim Sonnenaufgang entriegelt. Zum Abend soll diese Hühnerklappe sich schließen, damit keine Beutegreifer in den Stall gelangen. Für das sichere Gefühl möchten fast alle Hühnerrassen auf einer Sitzstange schlafen. Diese muss so breit sein, dass alle Hühner Platz finden. Wegen der Hygiene soll es unter den Sitzstangen ein Kotbrett oder einen Kotbunker geben.
Die Hähne weniger, aber alle Hennen werden auf ihr Legenest für die Eiablage bestehen. Es sollen wenigstens zwei Legenester sein, wobei sich drei Hennen gerne ein Nest teilen. Da die Hennen bereits kurz nach Sonnenaufgang ihre Eier legen, können diese bereits gut am Vormittag eingesammelt werden.
Beschäftigung und Freifläche
Wer den Hühnern eine kulinarische Delikatesse servieren möchte, sollte seinen Komposthaufen im Hühnerauslauf anlegen. Es gibt nichts Schöneres für das Federvieh, als in den halb zersetzten Resten nach Würmern zu scharren. Und was vom Biomüll noch genießbar ist, wird einfach mitgefressen.
Sind Hühner soziale Tiere?
Hackordnung verstehen
Die Hackordnung ist ein Begriff, der mit Hühnern in Verbindung steht. Dabei ist dieser Begriff viel zu negativ besetzt. Es hat seine biologisch begründete Berechtigung, wenn Hühner einmalig ihren Rang erstreiten. Das ist sicherlich nicht schön. Aber sobald alle Hennen wissen, welchen Rang sie in der Gruppe haben, werden sie den stärkeren Hennen weichen. Diese starken Tiere erhalten dadurch die Leckerbissen und sind im Vorteil. Die Natur möchte, dass diese gesunden und kräftigen Exemplare sich vermehren.
In der Hühnergruppe hat die einmalig erstrittene Rangordnung andere Vorteile: Die Tiere hacken mal, sie kämpfen aber nicht mehr intensiv. Die rangniederen Tiere weichen aus, sparen ihre Energie und weitere Streitigkeiten bleiben aus.
Wegen dieser Hackordnung wird häufig ganz übersehen, dass Hühner sogar sehr soziale Tiere sind. Hennen fühlen sich mit Hahn wohler, und das hat seine Gründe. Hühner verfügen über mehrere Ruflaute. Während die Hennen nach Futter suchen, wird der Hahn ständig die Fläche und den Himmel mustern. Für Beutegreifer aus der Luft hat er andere Warnlaute als für Beuteangreifer vom Boden.
Kommunikation zwischen Hahn und Hennen
Wenn der Hahn Futter findet, wird er es seinen Hennen mitteilen. Jeder Hahn möchte durch seine Hennen anerkannt werden, damit keine zur Konkurrenz überläuft.
Hennen sind untereinander zwar ruppiger, sie werden ihre eigenen Küken jedoch hervorragend betreuen. Diese fiepen bereits vor dem Schlüpfen und die Henne wird antworten. Nach dem Schlüpfen haben Hennen und Küken ihre Ruflaute. Wenn ein Küken abgehangen ist, wird es rufen, die Henne antwortet und schon sind alle wieder beisammen. Weiterhin wird die Henne den Küken Futterstellen zeigen und diese vor Gefahren warnen. Damit der Hahn nicht zum Problem wird, ziehen sich Hennen für die Aufzucht der Küken zurück.
Letztendlich haben Hühner ihre Ordnung, die durchaus zuerst erstritten wird. Mit dieser Ordnung bleibt es jedoch insgesamt friedlicher und ein soziales Zusammenleben gelingt.
Der richtige Umgang mit Hühnern
Dressur & Fütterungsrituale
Wer sich ruhig und leise verhält und den Tieren das Futter bringt, wird kaum noch etwas falsch machen können. Hühner sind an uns Menschen gewöhnt und leben gerne mit uns in einer Symbiose. Solange es etwas Leckeres gibt, lassen Hühner sich auch dressieren. Sie können beispielsweise nach einiger Zeit ein Geräusch mit der folgenden Fütterung verknüpfen. Wer seine Hennen einmal ruft, hat sie alle beim Futtertrog, ohne ihnen das Futter schon entgegen zu werfen.
Es geht mit der Dressierbarkeit der Hühner noch weiter: Solange es Futter gibt, lernen die Hennen, durch Reifen zu springen, über einen Steg zu laufen oder sonst etwas zu machen. Sicherlich darf keiner von den Tieren zu viel erwarten. Einfache Kunststücke sind jedoch spielend einfach dressierbar.
Damit einem die Hühner nicht direkt entgegenstürmen, ist es wichtig, ihnen nicht ununterbrochen Futter zu geben. Besser ist es dann, einen Ruflaut mit der Fütterung zu verknüpfen und ansonsten nichts zu füttern. Denn sonst steht einem die gesamte Hühnerschar bei jeder Gelegenheit vor den Füßen.
Zu beachten bleibt, dass verfettete Hennen weniger Eier legen. Das bedeutet, dass insgesamt nicht zu viel gefüttert werden soll.
Routinekontrollen & Gesundheit nicht vergessen
Möglichst jeden Tag soll kurz geprüft werden, ob die Tiere vital sind und sich rundum wohlfühlen. Dafür sollte ein Blick während der Fütterung reichen. Es kann nicht schaden, sich auffällige Hühner oder mal eines als Stichprobe genauer anzusehen. Sind die Augen klar, sind die Läufe vielleicht von Milben befallen? Wegen der Milben sollte auch zwischen den Federn geschaut werden.
Bei Auffälligkeiten wird im Idealfall im Internet in einer Gruppe für Hühnerhalter gefragt, ob es etwas Schlimmes ist.
Impfungen und Vorsorge
Neben den Routinekontrollen sind auch Impfungen gegen die Newcastle Disease sehr wichtig. Hier sind Geflügelvereine gute Ansprechpartner. Diese beschaffen den Impfstoff, der den Hühnern alle sechs Wochen über das Trinkwasser verabreicht wird. Die Mitglieder im Geflügelverein sind ebenfalls sehr gute Ansprechpartner für das eigene Hobby. Hier gibt es auch fundierte Informationen zu einzelnen Hühnerrassen, die häufig auch abgegeben werden.
Große Unterschiede zwischen den Hühnerrassen
Kleine vs. große Rassen
Das Gewicht einer Henne kann bei 500 Gramm oder bei 5 kg liegen. Gerade die kleineren Zwerghühner sind scheuer, hektischer und auch flugfähiger. Das bedeutet aber nicht, dass es keine komplett ruhigen und flugfaulen Zwerghühner wie die Zwerg-Seidenhühner gibt.
Auch einige große Hühnerrassen wie das Altsteirer können sehr gut fliegen. Die Wahl der Hühnerasse sollte also auf den verwendeten Hühnerzaun abgestimmt werden.
Legeleistung & Gewicht
Viele Hühnerrassen sind für eine gemischte Haltung interessant. Von der Größe und Mentalität sollten die gewählten Hühnerrassen dicht beieinander liegen. Dann harmonisieren sie besser. Ansonsten passiert es sehr häufig, dass die friedlichen Hühner unabhängig von ihrer Größe zu stark untergebuttert werden.
Aber auch bei der Legeleistung sind die Unterschiede zwischen den Hühnerrassen enorm. Tendenziell legen Zwerghühner ein paar Eier weniger pro Jahr – so pauschal lässt sich das jedoch nicht verallgemeinern. Fakt bleibt jedoch, dass die schweren Rassen auf die gelegten Eier fast immer die schlechtere Futterverwertung haben.
Richtig gute Legehennen wiegen rund 3 kg oder weniger. Hier wären beispielsweise die Sussex zu nennen, deren Hennen zwischen 2,5 und 3 kg wiegen. 180 Eier im ersten Legejahr sind zumindest eine beachtliche Leistung. Dem gegenüber stehen beispielsweise die schweren Cochin, die bis 4,5 kg erreichen. Es sind nur 120 Eier im Jahr zu erwarten und diese sind sogar deutlich leichter. Dennoch muss die schwere Henne wegen ihres Gewichts ordentliche Portionen verdrücken.
Wahl der passenden Rasse für den Garten
Eigentlich hat jede Hühnerrasse ihre Reize – doch jeder Hühnerhalter setzt seine eigenen Schwerpunkte. Auch die Wahl einer ruhigen Hühnerrasse begünstigt ein friedliches Zusammenleben mit den Nachbarn. Diese freuen sich möglicherweise auch über einige Hühnereier.
Verantwortlich für diesen Artikel ist der Autor Robert Brungert.
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